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Arkona Bunker und Marineführungsbunker

Die Führungen finden ganzjährig statt.
Informationen erhalten Sie vom Förderverein e.V. Kap Arkona unter Tel: 038391 / 43 46 60

Dutzende von Lüftungsrohren ragen in direkter Nachbarschaft der Leuchttürme aus der Erde. Die Geschichte der Bunker auf Kap Arkona ist lang. Sie beginnt 1915 mit dem Bau des ersten Bunkers, der aber unrenoviert und aus Gründen der Sicherheit nicht öffentlich zugänglich ist. Die anderen beiden Bunker können besichtigt werden, mehrmals täglich gibt es Führungen in den NVA-Bunker.

Arkona-Bunker

Der kleinere Bunker stammt von der Wehrmacht und wurde zu DDR-Zeiten als Dienststelle der 6. Grenzbrigade Küste umfunktioniert. Er wird als „Arkona-Bunker“ bezeichnet. Heute beherbergt er eine Dokumentation zur Geschichte des Kap Arkonas, von der Slawenzeit bis in die Gegenwart. Der Eintritt ist kostenfrei.

Marineführungsbunker

Der größere Bunker wurde von 1979 bis 1986 gebaut. Von einem Hauptmittelgang mit zwei Zugängen ausgehend befinden sich mehrere unabhängige Einzelbunker mit einer Gesamtfläche von 2000 Quadratmetern. Er diente der auf dem Bug stationierten 6. Flottille der Volksmarine und der Vereinigten Ostseeflotte (VOF) als Gefechtsstand. Die zusammengesetzten Fertigbaubunker (FB) setzen sich aus Teilen von drei großen Bunkern (Typ FB-75) und zehn kleinen (Typ FB-3) zusammen. Einem Bombenangriff hätten die Bunker niemals standgehalten. Sie dienten als so genannter „geschützter Gefechtsstand“ und sollte im Kriegsfall vor giftigen Gasen und radioaktiver Strahlung schützen. Die Typ-FB-75 hat eine Zwischenetage, auf der die Schlafplätze untergebracht waren, und einen Notausgang. Jeder einzelne Bunker besitzt zum Hauptgang eine oder zwei Luftschleusen.

Die zweite große Röhre beherbergt heute eine Modellschiffsaustellung sowie alte Navigationsgeräte. 50 bis 70 Soldaten der Volksmarine traten hier ab 1986 drei- bis viermal im Jahr im Rahmen von Flottenmanövern für zwei bis drei Tage ihren Dienst an. Die Standardbelegschaft betrug sechs Mann. Am Tag der Deutschen Wiedervereinigung, dem 03. Oktober 1990, wurde die Anlage stillgelegt

Enttarnt

Im Jahr 1985 wurde zum 30. Jahrestag der Nationalen Volksarmee (NVA) eine Luftaufnahme vom Kap Arkona mit der Bunkerbaustelle im Hintergrund im Bildband „Soldaten des Volkes“ veröffentlicht und der Bunker damit enttarnt (enttarnt bedeutet, dass der Standort des Bunkers bekannt gemacht wurde, was im Kriegsfall seine Zerstörung zur Folge gehabt hätte). Wie die Abbildung in den Bildband kommen konnte, ist unklar. Drei Tage nach Erscheinen wurde er wieder aus dem Verkehr gezogen. Eine spätere Neuauflage des Bildbandes enthielt das Luftbild nicht mehr. Heute ist der originale Bildband ein begehrtes Sammlerstück.

Panoramansicht

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Die beiden Bunker wurden von der Gemeinde Putgarten erworben und sukzessive renoviert. Entlang dem Hauptgang im Marineführungs- bunker ist eine Ausstellung mit damaligen Bunkereinrichtungsgegenständen sowie eine Fotoserie über die Volksmarine zu sehen.

© Sandra Pixberg