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Die Jaromarsburg

Inmitten der Burg stand 1168 der Tempel mit dem übermannsgroßen hölzernen Abbild des vierköpfigen Gottes Svantevit.

Die Jaromarsburg

Inmitten der Burg stand 1168 der Tempel mit dem übermannsgroßen hölzernen Abbild des vierköpfigen Gottes Svantevit.

Saxo Grammaticus (in Übersetzung von Alfred Haas) verzeichnete: „Nicht ohne lautes Krachen stürzte das Götzenbild zu Boden. Außerdem hing rings um das Gebäude massenhaftes Purpurzeug von glänzendem Aussehen, aber so morsch, dass es die Berührung nicht aushielt. Und es fehlten auch nicht ungewöhnliche Hörner von wilden, im Walde lebenden Tieren, die ebenso durch ihre natürliche Beschaffenheit, wie durch ihre Verarbeitung Bewunderung erregten. Man sah auch, wie der Böse in Gestalt eines rabenschwarzen Tieres aus dem Innern des Gebäudes entwich, worauf er plötzlich aus den Augen der Umstehenden verschwand.“ (…) „Darnach ließen die Dänen den Götzentempel verbrennen und aus dem für die Belagerungsmaschinen herbeigeschafften Holz ein christliches Gotteshaus erbauen, indem sie so dem Werke des Krieges mit einem Haus des Friedens vertauschten und das, was sie zur Vernichtung der Leiber ihrer Feinde ausgedacht hatten, auf die Rettung ihrer Seelen verwendeten.“ (hier zitiert aus: Schaarschuh, Renate in Insula Rugia Journal 1994, S.34f)

Neu:

Nach archäologischen Funden selber graben!

Drei Mal wöchentlich in der Saison können Sie an einer Führung in die archäologische Anlage teilnehmen. Erfahren Sie hautnah alles über die Kultur der slawischen Ureinwohner Rügens, ihren Aberglauben, ihre Jagd und ihre Lebensbedingungen. Das Beste: Das archäologische Team lädt Sie herzlich ein, probeweise nach Funden zu graben. Treffpunkt für die Führung ist jeweils am Montag, Mittwoch und Freitag, 14 Uhr bei dem Peilturm (neben der Wallanlage).

 

Die Überreste der Tempelburg Arkona sind ein bedeutendes Zeugnis slawischer Kulturgeschichte im Ostseeraum. Von drei Seiten durch die Steilküste und von der Landseite durch einen 25 Meter hohen Burgwall geschützt, war sie vom 6. bis 12. Jahrhundert eine Kultstätte der Ureinwohner Rügens – der slawischen Ranen. Mit der Eroberung und Zerstörung des Heiligtums unter der Führung des Bischofs Absalon von Roskilde im Jahre 1168 wurde die Christianisierung der Insulaner eingeleitet. Augenzeuge dieses einschneidenden Ereignisses war der dänische Geschichtsschreiber Saxo Grammaticus. Nur über die Beschreibungen in dem 14. Buch seiner „Historia Danica“ sind Einzelheiten überliefert, wie es in der Ranenburg vor deren Zerstörung ausgesehen hat.

 

Durch die natürliche Erosion am Kap ist im Laufe der Jahrhunderte ein Großteil der inneren Burg in die Ostsee gestürzt und vom Meer verschlungen worden. Für das Grabungsteam und dessen Leiter Fred Ruchthöft ist es ein Wettlauf mit der Zeit, die archäologischen Funde zu sichern. Eine Lanzenspitze, Pfeilspitzen, Perlen und einen Reitersporn brachten die Archäologen beispielsweise wortwörtlich ans Licht. Imposante kulturhistorische Einzelstücke der archäologischen Grabungen aus dem Inneren der Wallanlage sind im Peilturm ausgestellt.